Das Börsenlexikon
 

Splitting, bullisch, Call - oft weiß man nur ungefähr, was diese Börsenbegriffe wirklich bedeuten. Wir erklären Ihnen den Jargon der Wirtschaftszeitungen.

 

 

Aktie

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das dem Käufer eine Beteiligung an einem Unternehmen verbrieft. Diese Geldanlage bietet die
Chance, direkt vom Erfolg einer Gesellschaft zu profitieren. Umgekehrt drohen dem Anleger finanzielle Verluste, wenn die Firma beispielsweise rote Zahlen schreibt. Aktien sind also eine Risikoanlage.

 

 

Ausschüttung
Die Zahlung von Gewinnanteilen (Dividende, Bonus) an die Aktionäre einer Aktiengesellschaft wird Ausschüttung genannt.

 

 

Blue Chip

Als Blue Chip bezeichnet man Aktien großer, international bekannter und solider Unternehmen wie zum Beispiel Bayer, Siemens oder Philips. In Deutschlan nennt man diese Spitzenwerte unter den Aktien auch Standarwerte.

 

 

Bulle und Bär

Diese Begriffe kommen ursprünglich aus dem Amerikanischen: Der Bulle ist das Symbol für steigende Kurse, der Bär steht für fallende. Ist jeman also "bullisch", dann sieht er die Kursentwicklung optimistisch. Die Bären sind die Börsen-Pessimisten. Über den Ursprung der tierischen Namengabe gibt es verschiedene Erklärungen. So sagt man zum Beispiel, ein in Wut geratener Bär schlage seinen Gegner mit den Tatzen auf den Boden - also nach unten. Der Bulle dagegen nimmt ihn auf die Hörner und schleudert ihn nach oben.

 

 

Call
Mit einem Call bezeichnen die Börsianer eine Kaufmöglichkeit (Option). Der Interessent zahlt dem Verkäufer einen Preis (Optionspreis) dafür, dass er eine bestimmte Anzahl von Aktien zu einem festgelegten Preis am Ende der Option kaufen kann. Wenn die Aktien zum Abnahmezeitpunkt mehr Wert sind als der vorher bestimmte Preis, so macht der Options-Käufer ein Schnäppchen. Ist die Aktienentwicklung negativ, muss er die Aktien nicht kaufen, sodass kein Risiko entsteht.

 

 
DAX

Der Deutsche Aktien-Index (DAX) ist ein Börsenbarometer (Index). Er zeigt im Minuntentakt die Kursentwicklung der 30 führenden deutschen Unternehmen an, die an der deutschen Börse gehandelt werden.

 

Dow-Jones-Index

Als wichtigster Index der Welt gilt die Aktienübersicht der New Yorker Börse, der Dow Jones. Er errechnet seit 1984 die Entwicklung der 30 größten amerikanischen Industriewerte wie Coca-Cola, Microsoft oder McDonald´s.

 
Emission

Wird ein Wertpapier (Aktie, Anleihe etc.) neu ausgegeben, heißt das Emission. Eine Emission erfolgt entweder über Banken oder direkt über das Unternehmen.

 
Euro-STOXX

Der Euro-STOXX beinhaltet die 50 wichtigsten börsennotierten Unternehmen der Europäischen Union, z.B. Nokia, DaimlerChrysler oder France Telecom. Er wurde als Orientierungshilfe für den zusammenwachsenden europäischen Markt von der Deutschen Börsen AG, der Schweizer Börse, der Bourse de und dem Dow Jones gegründet.

 
Joint Venture

Wenn zwei Unternehmen über eine Tochtergesellschaft zusammenarbeiten wollen, vereinbaren sie ein Joint Venture, das heißt eine "gemeinschaftliche Unternehmung". Dazu gründen die Partner eine neue Firma.

 
Nemax

Der Nemax ist der Index des so genannten Neuen Marktes (junge, wachstumsstarke Unternehmen). Er wurde am 1. Juli 1999 an der Frankfurter Börse eingeführt und beschreibt den Kurs der aktuellen Top-50-Unternehmen dieses Segments. Aufnahmekriterien für diesen Index sind der Wert des Unternehmens am Markt und der Börsenumsatz der Firmen.

 
Rendite

Der Gewinn, der unterm Strich jährlich bei einer Anlage herauskommt, wird als Rendite bezeichnet und in Prozent ausgedrückt. Beispiel: Der Kurs eines Investmentsfonds steigt in drei Jahren um 30 Prozent. Das entspricht einer Jahresrendite von 10 Prozent.

 
Shareholder Value

Der Shareholder Value drückt die Interessen der Aktionäre (Shareholder) eines Unternehmens aus. Eine Unternehmenspolitik, die ausschließlich hohe Kurse und üppige Ausschüttungen zum Ziel hat, besitzt einen hohen Shareholder Value. Anders ausgedrückt: Die Aktionäre stehen im Mittelpunkt der Firmenpolitik. Kritiker bemängeln daran, dass andere wichtige Faktoren, wie Umweltschutz oder gesellschaftliche Akzeptanz, zu sehr vernachlässigt werden.

 
Splitting

Bei einem Splitting wird eine Aktie in zwei oder mehrere neue Werte geteilt. Das passiert meist, wenn eine Aktie gestiegen ist, das einzelne Wertpapier also einen hohen Wert hat. So haben die meisten DAX-Werte einen Split von 1:10 hinter sich. Das heißt besaß ein Aktionär vor dem Splitting eine Aktie im Wert von 100 Mark, dann verfügt er danach über zehn Aktien zu je 10 Mark. Durch Splitting erhalten auch Anleger mit wenig Geld die Möglichkeit, (kleine) Anteile an einem profitablen Unternehmen zu erwerben.

 
Überzeichnung

Wenn ein Unternehmen neue Aktien oder erstmalig Aktien an die Börse gibt, werden diese Papiere Investoren zu Kauf angeboten. Im Fachjargon spricht man von Zeichnen. Das heißt: Anleger geben ein verbindliches Kaufversprechen ab. Wenn zu viele Käufer eine neue Aktie kaufen wollen, ist der Wert überzeichnet.

 
Volatilitat

Die Volatilität (von lat. volare = fliegen) beschreibt die Beweglichkeit eines Wertes auf dem Kursbarometer. Ist eine Aktie über einen bestimmten Zeitraum - meist ein Jahr - im Kurs stabil, ist ihre Volatilität niedrig. Schwanken die Kurse stark, ist sie hoch. So können Risiko und Chancen eines Wertes gemessen werden. Eine geringe Volatilität beispielsweise bedeutet wenig Risiko, aber auch wenig Chancen auf kurzfristige hohe Gewinne.
           
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